Groß geträumt ist halb gewonnen

Wer die Pressemitteilung zur Vorstellung von Malik Harris liest, kann leicht den Eindruck gewinnen, als sei der 24-Jährigen schon auf dem besten Weg ein internationaler Star zu werden.

Maliks erste Singles „Say the Name” (2018) und „Welcome to the Rumble” (2019) wurden in den AirPlay Charts und auf Streamingplattformen zu Hits. Im Mai 2019 begann seine erste Solotour. Zudem war er Opener für internationale Acts wie James Blunt, Alex Clare, Jeremy Loops, Tom Odell oder LP. Im August 2021 erschien sein Debütalbum „Anonymous Colonist“. Als erster deutscher Künstler war Malik Harris zur Veröffentlichung seiner Single „When We’ve Arrived“ im Oktober 2020 eine Woche lang auf einem Times Square Billboard in New York City zu sehen.

Grundsätzlich gute Vorzeichen für einen selbstbewussten Auftritt beim deutschen Vorentscheid „Germany 12 Points“ am 4. März. Im Video-Interview gab der Sänger und Songwriter dann auch zu, noch relativ entspannt zu sein; aber keineswegs überheblich. Im Gegenteil, der Landsberger wirkt sehr bodenständig und sympathisch und könnte die internationale ESC-Community bestimmt im Sturm erobern. Statt sich als Rockstar zu feiern, träumt er in seinem gleichnamigen Song von der Unbeschwertheit der Kindheit, wo man sich ohne Sorgen wie ein kleiner Rockstar durch die Welt bewegte. Seine zerbrechliche Seite mit all den Selbstzweifeln packt er in den Rap-Teil des Liedes:

Sometimes I got this kinda sting that’s right inside my chest

It’s only purpose is convincing me that I’m a mess

And even though it’s always been an uninvited guest

It finds a way in nonetheless, wish I could change my address

And you know, just be somebody else for a couple of days

Although I’m pretty sure we all feel the same kind of way

‚Cause if you think about it

Aren’t we all sat in a place where we look back on better days

And wish they weren’t so far away?

I wish that I could just go back and be the way I was

I wish I’d still not give a damn ‚bout how I come across

I wish the way I saw myself had never gotten lost

And all the worries, all the thoughts, all the thinking, all the parts

So exhausting, always caught up inside my doubts and flaws

And I’ma count them all

Soembody catch me, I’m ‚bout to fall

Yeah, I’m ‚bout to fall

Can we press pause

Or do a restart and be who we are?

Auszug aus dem Songtext von Rockstars

Authentisch und vielseitig

Mit dem eingängigen Pop-Chorus bringt der Song eine abwechslungsreiche und vielschichtige Nuance in den deutschen Vorentscheid, der in den vergangenen Wochen so oft als nicht vielfältig genug bezeichnet wurde. Die Kritik haben wir an anderer Stelle ausführlicher behandelt, selbst wenn sie in Teilen gerechtfertigt ist, lohnt sich ein genauerer Blick auf die teilnehmenden Künstler wie Malik Harris. Im Interview hat er mehr über sich und seine Einstellung zum ESC verraten.

Auch Malik wurde durch die Pandemie in seinem musikalischen Auftrieb abrupt abgebremst. „Ich bin ein hundertprozentiger Live-Musiker, darum gehts bei mir in der Musik“, sagt er. 2018 kam sein erster Song raus, 2019 folgte der Zweite. Die ersten größeren Auftritte standen an. „2019 war schon ein geiles Jahr und ich dachte, 2020 da gehts richtig los mit Festivals, Headliner-Tour und mit einem Cut ist plötzlich alles weg, das tut schon mächtig weh“, erzählt er. Der ESC ist für ihn also auch die Chance mit Fahrtwind wieder neu zu starten. Nach dem ESC kann er sich auch vorstellen, irgendwann einmal in der Half-Time-Show des Super-Bowls zu singen. Zumindest haben wir ihn mit der Frage danach in unseren fünf schnellen Fragen ganz schön zum Schwitzen gebracht.

5 schnelle Fragen

Teaserbild:

NORDDEUTSCHER RUNDFUNK
Malik Harris – Germany 12 Points – Eurovision Song Contest 2022
© Anna Maria Boshnakova,

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