What a night!

Bevor es auf „ESC Ahoy“ wieder ruhiger wird und wir gegen die Post Eurovision Depression ankämpfen, fassen wir für euch das Finale noch einmal chronologisch zusammen: 

Wie jede Übertragung der Eurovision-Formate, startete auch der 65. ESC mit den Klängen des Präludiums des „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier. Fast genauso vertraut klingt die Stimme des deutschen Kommentators Peter Urban, der seit 1997 den Musikwettbewerb für die ARD kommentiert. Der 73-Jährige ist zunehmend umstritten, auch beim diesjährigen ESC patzte er bei einigen Stellen, wie der korrekten Aussprache einiger KünstlerInnen-Namen oder verlegte seine Zettel. Nachdem Urban die ZuschauerInnen begrüßt und erklärt hatte, dass die ganze Veranstaltung unter einem strengen Hygienekonzept abgehalten werde und auch die 3500 ZuschauerInnen getestet seien, klang auch schon echter Applaus durch die Lautsprecher in die Wohnzimmer Europas und darüber hinaus. Später konnte das Publikum zu Hause per App Applaus „spenden“, das dann dem Hallensound zugemischt wurde. Die Lautstärke des Hallenpublikums war beim Einzug der KünstlerInnen bereits ein guter Indikator für die Beliebtheit der Beiträge. Die nationalen Flaggen wurden nicht per Hand reingetragen, sondern tauchten auf dem LED-Tor auf. Währenddessen griffen die ModeratorInnen Chantal Janzen, Edsilia Rombley und Jan Smit zum Mikro und sagen den niederländischen Klassiker „Venus“ zu den Beats des DJs Pieter Gabriel. Später stieß noch Moderatorin Nikkie de Jager dazu, besser bekannt unter ihrem Influencer-Namen: Nikki Tutorials. Die Moderation war den ganzen Abend angenehm unaufgeregt und auf den Punkt. Auch für die so genannten Postkarten hatten sich die Niederländer eine schöne Idee einfallen lassen. Da die KünstlerInnen nicht wie sonst zu den Sehenswürdigkeiten der Niederlande reisen und dort den Einspieler drehen konnten, hatten sie luftige Tiny Houses an den Spots platziert und diese mit typischen repräsentativen Accessoires für den jeweiligen Interpreten ausgestattet. Wie ein Hologramm tauchte letztendlich auch immer die Sänger/Sängerinnen auf und ein Lichtstrahl aus den Länderfarben verband die kleinen Häuschen mit der großen Bühne der Ahoy Arena. 

First Semi-Final 2021 — EBU/THOMAS HANSES
First Semi-Final 2021 — EBU/THOMAS HANSES

Den Anfang machte Elena Tsagrinou mit ihrem Song „El Diablo“. Eine Nummer, die zwischen Fuego und Lady Gaga rangierte, aber dennoch einen starken Auftakt bot. Das Glitzerfransenkleid sollte jedoch an diesem Abend in verschiedenen Ausführungen noch häufiger zum Einsatz kommen (Platz 16, 50 P. Jury/44 P. Publikum). Bereits direkt im Anschluss trug es Anxhela Peristeri für Albanien auf, mit ihrer roten Pyro-Wolkenshow hätte es auch zum Teufelsthema gepasst, dazu sang sie, dass Gott ihr nicht vergeben würde. Himmel und Hölle direkt zu Beginn des ESC (Platz 21, 22 P. Jury/35 P. Publikum).

Elena Tsagrinou, Cyprus, First Semi-Final, Rotterdam Ahoy, 18 May 2021 — EBU / ANDRES PUTTING

Zum Glück brachte anschließend Israel neue Farben und Abwechslung in die Lyrics. „Set me free“ sang Eden Alene mit kunstvoll, zur Frisurkrone geknoteten, Zöpfen.  Ihr Kleidkittel flog am Ende zur Seite und ihr Outfit schien nur noch aus Frisur zu bestehen (Platz 17, 73 P. Jury/ P. Publikum).

Eden Alene, Israel, First Semi-Final, Rotterdam Ahoy, 18 May 2021 — EBU / ANDRES PUTTING

Aber es wäre nicht der ESC, wenn im Anschluss nicht direkt das nächste Kontrastprogramm geboten wurde: Hooverphonic aus Belgien. Die bereits erfolgreiche Band existiert seit 25 Jahren mit ihren elektronischen Trip-Hop-Sound; Synthesizer trifft handgemacht Instrumentalmusik. Ihr Song „The Wrong Place“ ist eher ein sphärischer Popsong, geprägt durch die markante Stimme der Sängerin Geike Arnaert. Selbst wenn Klavier, Gitarre und Co wieder von Band kamen und eher zur optischen Untermalung genutzt wurden, entschied sich Hooverphonic für gemeinsamen Live-Gesang. Die Background-Stimmen durften dieses Jahr erstmals aufgrund der Pandemie auf Wunsch ebenfalls von Band kommen (Platz 19, 71 P. Jury/03 P. Publikum).

Destiny, Malta, First Semi-Final, Rotterdam Ahoy, 18 May 2021 — EBU : ANDRES PUTTING
Destiny, Malta, First Semi-Final, Rotterdam Ahoy, 18 May 2021 — EBU : ANDRES PUTTING

Die nächste Künstlerin verzichtete ebenfalls nicht auf ihre Background-SängerInnen und bot die wohl vielseitigste Performance des Abends: Manizha aus Russland. Ihre Power-Hymne für starke Frauen mit Rap und traditionellen Klängen schaffte es schließlich auch in die Top 10 (Platz 9, 104 P. Jury/100 P. Publikum). Danach konnte auch Destiny aus Malta zeigen, dass sie eine echte Powerfrau ist und das mit erst 18 Jahren. Mit ihrer kraftvollen Stimme und einer lässigen Handchoreografie (davon sollte es noch mehr in der Show geben) machte sie einen soliden 7. Platz. Wobei sie hauptsächlich Punkte bei den Jurys abräumte und beim Publikum überraschenderweise nicht so gut ankam (Platz 7, 208 P. Jury/47 P. Publikum). Nach ihrem Sieg beim Junior Eurovision Song Contest 2015 konnte sie mit ihrem Auftritt aber auf jeden Fall auch bei der Hauptshow überzeugen. Inzwischen untersucht die EBU, ob Malta im Vorfeld mit Zahlungen die Wettquoten beeinflusste. Ganz im Sinne der selbsterfüllenden Prophezeiung. 

Eine große Differenz zwischen Jury- und Publikumspunkten gab es auch bei Portugal (Platz 12, 126 P. Jury/27 P. Publikum). The Black Mamba galten ein bisschen als das „Dark Horse“. Mit ihrem Song „Love is on my side“ spielten sie sich mit ihrem Stil zwischen Blues, Soul und Funk in den Wettquoten immer weiter nach vorne bis auf Platz 8. Beim Publikum verpuffte dieser Effekt jedoch im Finale, trotz des soliden Auftritts. 

Hurricane, Serbia, Second Semi-Final, Rotterdam Ahoy, 20 May 2021 — EBU : ANDRES PUTTING

Anschließend bekam Serbien mit ihrem übergestylten Destiny-Child-Gedächtnistrio auch von Peter Urban einen gepfefferten ironischen Kommentar: „Bad-Hair-Day bei den Spice-Girls vom Balkan, was so ein paar Extension, dezentes Tages-Make-up und unaufdringliche Sommerkleidchen so bewirken können“ (Platz 15, 20 P. Jury/82 P. Publikum). Stimmlich konnte man jedoch nicht bemängeln, was man von James Newsman, der als nächstes für Großbritannien antrat, nicht behaupten konnte. Die überdimensionierten schwebenden Trompeten konnten von der ein oder anderen Intonationsproblematik nicht ablenken. Dafür gab es dann auch den letzten Platz (Platz 26, 0 P. Jury/0 P. Publikum). 

James Newman, United Kingdom, First Rehearsal, Rotterdam Ahoy, 13 May 2021 — EBU / THOMAS HANSES

Griechenland schickte dieses Jahr mit der in Holland geborenen Stefania eine Kandidatin, die bereits 2016 die Niederlande im Junior ESC vertreten hat. Ihr diesjähriger Song „Let’s dance“ fiel jedoch eher durch den Green Screen auf, Tänzer und Treppe waren komplett grün gehalten, sodass durch Chroma Keying nur noch die sich bewegenden Jacketts zu sehen waren und natürlich Stefania in einem lila glitzernden Jumpsuit, die unsichtbare Treppen erklomm (Platz 10, 91 P. Jury/79 P. Publikum). 

Stefania, Greece, Second Semi-Final, Rotterdam Ahoy, 20 May 2021 — EBU : ANDRES PUTTING

Dankenswerterweise brachte der Schweizer Beitrag wieder eine neue Klangfarbe in den Wettbewerb. „Gjon’s Tears“ besang das ganze Universum ohne selbiges unbedingt in der Performance optisch aufzugreifen. Sternenhimmel, Riesenmonde und Wetterphänomene gab es schließlich auch genug auf der LED-Wand bei anderen Beiträgen. Aber auch musikalisch saß jeder seiner hohen Töne und wie gebannt wurde man unwillkürlich in den Song gesogen. Die Jurys honorierten diese Leistung des studierten Sängers mit dem ersten Platz in ihrer Bewertung (Platz 3, 267 P. Jury/165 P. Publikum).  

Nun folgte ein Highlight dem nächsten: Daði & Gagnamagnið. Die Isländer mussten aufgrund einer Corona-Infektion in ihrer Band die Show vom Sofa ihres Hotelzimmers aus ansehen und griffen auf ihren aufgezeichneten Aufritt aus einer der Proben zurück. Dem Publikum vor den Bildschirmen wäre das wahrscheinlich nicht einmal aufgefallen, wenn nicht Peter Urban die Hintergründe erklärt hätte. Bei der Punktevergabe wurde jedoch eh ins Hotelzimmer geschaltet. Der Bühnenauftritt hätte auch nicht besser sein können. Die Performance war unterhaltsam und abwechslungsreich, auch wenn der Song „10 Years“ nicht an den Ohrwurmcharakter des Vorjahres „Think about things“ anknüpfen konnte (Platz 4, 198 P. Jury/180 P. Publikum). 

Was für ein Stimmungswechsel zum folgenden spanischen Beitrag. Blas Cantó widmete seinen Song „Voy a quedarme“ seiner 2020 an Corona verstorbenen Großmutter und seinem ebenfalls verstorbenen Vater. Sein Vorjahressong „Universo“ hatte ihn vielleicht zu dem bereits genannten Riesen-Aufblas-Mond inspiriert. Auch er reihte sich trotz guter stimmlicher Leistung in die 0-Punkte-Publikums-Riege des Jahrgangs ein (Platz 24, 6 P. Jury/0 P. Publikum). 

Die tanzenden Eistüten ihres Musikvideos hatte dagegen Natalia Gordienko für Moldau zuhause gelassen. Ihr gepfeffertes „Sugar“ wurde von den ESC-Größen Dimitris Kontopoulos, Philipp Kirkorov als Produzenten und Mikhail Gutseriyev und Sharon Vaughn als Komponisten erschaffen. Es reichte dennoch nur fürs Mittelfeld und das obwohl Natalia bereits 2006 in Athen beim ESC teilgenommen hatte und damit quasi zu den alten Hasen zählt (Platz 13, 35 P. Jury/62 P. Publikum). 

Dann war es endlich soweit und Jendrik und seine „Crew“ durften ihre Botschaft „I don’t feel hate“ in die Welt tanzen. Diesmal reichte die Puste einigermaßen und Sophia Euskirchen war dann doch oft „unfreiwillig“ als Mittelfinger unterwegs. Eine solide Leistung, die leider keine Freunde im internationalen Publikum fand und wie zu erwarten war, fast keine Jury-Punkte brachte (Platz 25, 3 P. Jury/0 P. Publikum). 

Den Mittelfinger ganz bewusst der Welt zu zeigen – das war die Botschaft der finnischen Band Blind Channel, die konträr anschließend auf die „Dark Side“ einluden. Zwar erinnerte der Sound stark an Limp Bizkit, aber der Rock-Drive war dieses Jahr wieder beliebt und so konnte Finnland trotz Konkurrenz aus Italien noch einen vierten Platz einfahren (Platz 4, 83 P. Jury/218 P. Publikum). 

Mit Victoria aus Bulgarien folgte erneut eine ruhige Nummer, die auf Augmented Reality-Elemente bei ihrem Auftritt setzte. So sang sie auf einem Felsen in Treibsand „Growing up is getting old“ und blieb melancholisch düster. Daran, dass die Nummer beim Publikum nicht so gut ankam, war Peter Urban jedenfalls nicht schuld, auch wenn er bei der Anmoderation seinen Zettel nicht fand und improvisieren musste (Platz 11, 140 P. Jury/30 P. Publikum). 

Beim deutschen Publikum gewann im vergangenen Jahr die litauische Band „The Roop“ die deutsche Ersatz-Show aus der Elbphilharmonie. Auch ihr diesjähriger Song „Discoteque“ bekam von den Zuschauern aus Deutschland wieder 12 Punkte. Mit ihren Handtänzen und Wackel-Mooves gehörten sie zu den Beiträgen mit Spaßfaktor und Wiedererkennungswert (Platz 8, 55 P. Jury/165 P. Publikum). 

Wer bereits in Tanzlaune war, konnte bei der Band Go_A der Ukraine sich weiter in Ekstase taumeln. Der für westliche Ohren ungewohnt klingende „Weiße Gesang“, gepaart mit Elektro-Sounds, treibenden Trommelrhythmen, hatte eine magnetische Wirkung und mobilisierte die Anrufer (Platz 5, 97 P. Jury/267 P. Publikum). 

Eine Pause für die Ohren gab es dann bei Barbara Pravi aus Frankreich. Mit ihrem Chanson „Voila“ besang sie ihr „Coming out“ als Solistin. Sie schrieb viele erfolgreiche Songs für andere, u.a. für Valentina „J’imagine“, der Siegertitel des Vorjahres des Junior ESC.  Nun wollte sie selber ins Rampenlicht, das während ihres Auftritts wohl dosiert und nahbar wirkte. Voila: ein toller zweiter Platz (248 P. Jury/251 P. Publikum).

Aserbaidschan schickte mit Samira Efendi und „Mata Hari“ einen Song ins Rennen, der dem Vorjahrestitel „Cleopatra“ sehr ähnlich zu sein scheint. Für Peter Urban war dieser Auftritt schlicht „plump“ und erreichte auch nur Platz 20 (32 P. Jury/33 P. Publikum). Das hätte Tix aus Norwegen wohl nicht stehen gelassen, hätte er das gehört. Über Social Media und Interviews hatte er von seiner Schwärmerei für die 30-Jährige keinen Hehl gemacht. Ob dies ein geschickter PR-Coup war oder echte Begeisterung, werden wir nicht mehr erfahren. Andreas Andresen Haukeland, wie Tix mit bürgerlichem Namen eigentlich heißt, trat mit Engelsflügen und weißem Kunstpelz auf, umringt von schwarzen Dämonen, die dem angeketteten „Fallen Angel“ quälten. Im Text geht es zwar um das Loslassen einer Liebe, jedoch konnten die ZuschauerInnen damit auch Tix ganz persönliche Lebenskämpfe verbinden. In der Schule sei er gemobbt worden, hätte den Spitznamen „Tics“ bekommen, da er das Tourette-Syndrom habe, erklärt Urban im Einspielfilm. Trotz der auffälligen Inszenierung und eines eingängigen Popsongs, fiel Norwegen damit etwas durchs Raster (18. Platz, 15 P. Jury/60 P. Publikum).

Der Gastgeberbeitrag der Niederlande konnte ebenfalls nicht bei den Jurys und dem Publikum überzeugen. Der Surinamese Jeangu Macrooy sang für die Niederlande in „Birth of a new age“ auch Zeilen in seiner Muttersprache: „Yu no man broko mi“, übersetzt: du kannst mich nicht brechen. Die farbenfrohe Inszenierung lenkte von dem eigentlichen Thema der Rebellion ab. Ein Kandidat für die 0-Punkte-Publikums-Riege (23. Platz, 11 P. Jury/0 P. Publikum).

Als nächstes durften Måneskin aus Italien ihre Rebellion gegen die ältere Generation mit „Titti e buoni“ auf der Bühne rocken. Die vier Bandmitglieder könnten auch gut den 70ern entsprungen sein, mit ihren Plateuschuhen, Schlaghosen mit Kreuzstichnaht, wilden Friesen und dunklem Kajal. Hoher Coolnessfaktor und ein Song, bei dem unweigerlich die stampfenden Rhythmen zum Headbangen anregen. Kein Wunder, dass gerade in diesem Jahr eine Band gewinnt, die ihrem Frust Luft macht, das authentisch in Landessprache, mit ihrem ganz eigenen musikalischem Fußabdruck (1. Platz, 206 P. Jury/318 P. Publikum). 

Måneskin, Italy, Second Rehearsal, Rotterdam Ahoy, 15 May 2021 — EBU / ANDRES PUTTING

Tusse aus Schweden, der eigentlich Tousin Michael Chiza heißt, hatte es danach mit seinem Song „Voices“ schwer, diese Power weiterzutragen (14. Platz, 46 P. Jury/63 P. P).  Das gleiche galt für Senhit aus San Marino. Da half auch mit Flo Rider kein eingekaufter Star-Rapper aus den USA (22. Platz, 37 P. Jury/13 P. Publikum).

Dann war es geschafft: Alle Künstler hatten ihren Auftritt hinter sich und es hieß bangen. Während im Greenroom vor Nervosität Gläser zu Bruch gingen, (das sollte im Nachgang noch zu der unschönen Verdächtigung führen, dass Måneskins Frontsänger Damiano statt Scherben einzusammeln Drogen konsumiert hätte. Das wollten Zuschauer in der kurzen Sequenz im TV erkannt haben. Ein Drogentest und Überprüfungen der Kameraeinstellungen haben die Band im Nachhinein vollständig entlastet) lief der Schnelldurchlauf und der Intervallact: der Rotterdamer DJ Afrojack featuring Wuldf und Glennis Grace und ein Symphonieorchester, die sich zu „Music binds us“ auf der Erasmus-Brücke trafen, um dann via AR fast szenengleich in der Halle das Stück zu Ende zu spielen. Bevor schließlich die nervenaufreibende Punktevergabe beginnen sollte, hatte Nikki noch ein Tutorial für die Künstler parat, wie sie dabei ihren Nerven behalten. Es folgte noch eine Autofahrt mit ehemaligen SiegerInnen und deren Auftritt auf den Dächern Rotterdams, u.a. dabei Måns Zelmerlöw (Schweden, 2015), Teach-In (Niederlande, 1975), Sandra Kim (Belgien, 1986) , Lordi (Finnland, 2006) und Helena Paparizou (Griechenland, 2005). Auch Duncan Laurence hätte in der Halle live seinen Siegertitel Arcade und einen neuen Song präsentiert, jedoch wurde auch er positiv auf Covid-19 getestet und musste so auf eine Aufzeichnung zurückgreifen. Für ihn eine große Enttäuschung, für den Zuschauer zu Hause hat es optisch keinen Unterschied gemacht. 

Seit 1975 gibt es die 12-Punkte Regelung, seit 1997 gibt es zudem die Telefonabstimmung, seit 2004 für alle Teilnehmerländer verpflichtend. Seit 2009 gehen beide Abstimmungen 50/50 ins Endergebnis ein. Damit es spannend bleibt, werden die Abstimmungsergebnisse seit 2016 getrennt verkündet. Erst beim letzten offiziellen ESC in Tel Aviv, wurden die Stimmen der AnruferInnen vom letzten Juryplatz beginnend aufsteigend genannt. Das macht es noch unabsehbar. Da die Jurys inzwischen doch stark von der Zuschauermeinung abweichen, kann dies alles noch einmal auf den Kopf stellen. 

Dann kam endlich die Verkündung der Jury-Punkte, die inzwischen einen Kultstatus hat. Nicht nur, dass man jedes Mal gespannt auf die magischen Worte „12 Points go to…“ wartet, sondern auch die Verkünder selbst oft ehemalige Teilnehmer oder ESC-Bekanntheiten sind, verrückte Outfits oder kurze Pannen inklusive. Barbara Schöneberger übernahm den Job für Deutschland und sag aus wie ein rosa Sahnekonfekt in ihrer Bluse mit ESC-Schärpe. 

Auch dieses Mal war es eine Zitterpartie. Gjon’s Tears, der Führende in der Jurywertung, bekam demnach zuletzt seine Punkte genannt. Es reichte nicht, um noch an Italien vorbeizuziehen und zementierte für den Schweizer den dritten Platz. Am Ende jubelten die ItalienerInnen, weinten und heizten der Halle mit ihrem Siegersong noch einmal ein. What a night! 

Måneskin has won the Eurovision Song Contest 2021 — NPO/NOS/AVROTROS NATHAN REINDS

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