Gut gegen Monster

Das Monster aus dem Video, Foto: Screenshot Presskit Gagnamagnið

Es hat Hörner, lange bedrohliche Hasenzähne, riesige Insektenaugen und versteckt ein dichtes Fell unter schwarz-roten Narrenlappen – das Monster im Musikvideo der Isländischen Gruppe Daði & Gagnamagnið ist eine ganz eigenwillige Kreatur. Es stapft durch die idyllische Heimat der sechsköpfigen Band und zertritt einfach Häuser. Da hilft nur eines: Ein abgefahrener Tanz, Kostüme, die aussehen als seien sie aus dem Power-Ranger-Universum entsprungen und die Botschaft eines Liebesliedes. Das Musikvideo von „10 Years“ trotz nur so vor Kreativität. Genau wie die Band selbst, ist es ein Gesamtkunstwerk. 

Im vergangenen Jahr galten die sympathischen Isländer um den 28-Jährigen Frontmann Daði Freyr Pétursson als einer der Favoriten. Ihr erster Song „Think about things“ hat inzwischen über 27 Millionen Aufrufe bei YouTube. Die Erwartungen an den diesjährigen Titel und die Performance waren demnach hoch. Das wusste auch der Frontmann: “Eurovision for me is about so much more than a great song,” sagt Daði. “With 10 Years, I visualised the video before I wrote the song. I knew how the performance would look before it was finished and where we’d do the dance routine. I’ve spent the last few years of my life creating a Gagnamagnið world, of which the song is just one part.”

Wer etwas ganz Neues erwartete, wurde dennoch enttäuscht. Ihrem typischen Synthi-Electro-Sound bleiben sie treu und auch beim Thema bleiben sie in der Familie. Ging es bei „Think about things“ darum was die inzwischen zweijährige Tochter wohl so über die Welt denkt, kommt in „10 years“ nun Daði’s Ehefrau, Árný Fjóla, zum Zug. Im Liebeslied besingt Daði ihre gemeinsame Dekade und fragt, ob es wohl noch besser werden kann. „Ha, I actually don’t know the answer to that,” sagt Daði mit einem Augenzwinkern. “It’s why I ask the question in the song.

„Every day our love finds a new way to grow. The time we spend together  – Hmm, simply feels good  – We got a good thing going.“

Zitat aus dem Song „10 years“.

Da könnten sie bereits auf ihr zweites Kind anspielen – denn Árný Fjóla ist bereits in der 23. Schwangerschaftswoche. Eigentlich sind auf der Bühne in Rotterdam bei der Performance somit 7 Personen anwesend. Die EBU wird in diesem Fall wohl ein Auge bei der sechs-Personen-Regel zudrücken. Im Chorteil des Stückes singen sogar 1000 SängerInnen, die über Twitter aufgerufen worden waren, einen Gesangspart für das Stück einzusenden. Auch unser deutsche Kandidat Jendrik hat das gemacht und wies in einem seiner Instagram-Videos daraufhin, dass er ja somit quasi zweimal beim ESC singen würde. Selbst wenn es unter den diesjährigen Corona-Bedingungen schwer ist, andere Künstler zu treffen, könnte es ja auch nach dem Event noch eine Zusammenkunft geben. Schließlich ist Daði mit seiner Frau zum Toningenieur-Studium nach Berlin gezogen.  

Daði og Gagnamagnið, Iceland, Second Rehearsal, Rotterdam Ahoy, 13 May 2021 — EBU / THOMAS HANSES

Zurück zum Auftritt. Ihren grünen selbstdesignten Bühnenoutfits mit dem Computerspiele-Pixel-Avatar jedes Bandmitglieds auf der Brust, bleiben sie ebenfalls treu. Die passenden Pullover tragen inzwischen auch Fans aus der ganzen Welt. Kein Wunder also, dass die Band weiteres Merchandising rund um Gagnamagnið plant: Bier aus der Lieblingsbrauerei, Action-Figuren, ein Videospiel und Hologramme. Die Fans helfen über Social Media fleißig mit, das Gesamtkunstwerk auszuschöpfen. Damit der Funke auch auf die Zuschauer des zweiten Semifinales überspringt, gibt es neben der eigenwilligen Tanzperformance auch funkensprühende Fantasieinstrumente. 

Kleiner Fun-Fakt am Ende: Im Musikvideo steckt Árný Fjóla unter der Monster-Maskerade. Ein Schelm, der dabei eine versteckte Botschaft des Liebesliedes des Komponisten vermutet. Wer ebenfalls Probleme mit Monstern hat, dem empfiehlt Daði sein Tanz-Tutorial:

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