Der ESC-Beitrag 2020 macht Hoffnung

KOMMENTAR VON NOEMI KOLLOCH:

„Germany, Zero Points“, diesen Satz durfte man nach Lenas „Satellite“ im finalen Voting immer wieder hören. Zweimal den letzten Platz eingeholt und auch sonst befand sich ein deutscher ESC-Beitrag eher auf den unteren Tabellenplätzen. Insbesondere durch die Eskapade des NDRs mit S!sters war klar, es braucht eine Lösung.

Schon seit längerer Zeit suchen andere ESC-Länder wie die Niederlande oder Belgien ihre Interpreten intern aus. Es gibt also keinen Vorentscheid wie in Deutschland mit „Unser Song für Israel“.  Obwohl die Öffentlichkeit bei der Entscheidung nicht involviert ist, zeigen diese Länder eine deutlich bessere Platzierung auf als Deutschland. So wurde beispielsweise Conchita Wurst mit ihrem Song „Rise like a Phoenix“ intern ausgesucht und konnte für Österreich den ersten Platz im ESC belegen.

Thomas Schreiber, ARD-Unterhaltungskoordinator, erklärte in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) wie nun die interne Auswahl aussah. 100 Zuschauer, die das europäische TV-Publikum repräsentieren sollten und das Ergebnis des ESC ist Israel im Vorfeld gut getippt hatten, wurden zur ESC-Jury zusammengestellt. Mit weiteren 20 internationalen Fach-Experten (Teilnehmer anderer nationaler Jurys der vergangenen Jahre) wurde somit der deutsche ESC-Beitrag ausgewählt. Schreiber zufolge habe der NDR die Auswahl nicht beeinflusst. Die Sänger und Komponisten konnten sich selbst bewerben. Das heißt Song und Künstler wurden parallel gesucht. Die Jurys reduzierten die Auswahl. Anschließend ist den Künstlern der passende Song zugeordnet worden und es entstanden so 20 Videos eines kleinen Live-Auftritts. Diese Videos durfte die Jury sehen und dann über sie entscheiden. So entstand dann der deutsche Beitrag: Ben Dolic mit Violent Thing

Nicht jeder ist mit der internen Entscheidung glücklich, doch Schreibers Statistik beweist etwas, was man in den letzten Jahren in den Vorentscheiden gesehen hat: Die Schnittmenge zwischen dem Publikum des Vorentscheides und des ESC-Finales ist gering. Durch den Fokus auf der Publikumsjury soll diese Schnittmenge wieder größer werden und der Titel auch dass allgemeine, europäische Publikum erreichen.
Eine neue, interne Auswahlmethode bedeutet natürlich viele Risiken, könnte aber zu neuen Erfolgen führen. Und wer weiß, vielleicht dürfen wir ja dieses Jahr endlich wieder „12 Points go to Germany“ hören!

Teaserbild: Ben Dolic, Pressefotos: Zlatimir Arakliev

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